Wild West Diaries, Teil II

Reiseberichte aus Nord, Mittel und Südamerika
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ReinerH
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Re: Wild West Diaries, Teil II

#49 Ungelesener Beitrag von ReinerH »

Tja,
ich hatte mir eher Gedanken gemacht,
dass mir mein LOTTO- Dauertipp in der Abwesenheit den Jackpot gebracht hat
und wie ich dann die Kohle verjubeln sollte. :lol:

Wir haben eine Auslandskrankenversichrrung, das muss reichen.
Als Rheinländer kennst du doch sicher unsere 11 Leitsätze.
Gruß

Reiner
nur wo man mit dem Motorrad war, war man wirklich

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on any sunday
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Re: Wild West Diaries, Teil II

#50 Ungelesener Beitrag von on any sunday »

Siiiicheeer.

Die Auslandskrankenversicherung zahlt halt erst im Nachhinnein. Da ich Privatpatient bin, weiss ich, was kaputte Knochen hier kosten können, dürfte in den US of A deutlich teuerer werden.

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ReinerH
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Re: Wild West Diaries, Teil II

#51 Ungelesener Beitrag von ReinerH »

Meinst du, wir sollten nächstes Jahr sicherheitshalber zu Hause bleiben :Ir:
Oder eine Kreuzfahrt buchen?

Gruß

Reiner
nur wo man mit dem Motorrad war, war man wirklich

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ReinerH
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Re: Wild West Diaries, Teil II

#52 Ungelesener Beitrag von ReinerH »

Dienstag, 28. Juni

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Da wir eine 2. Nacht gebucht hatten, fahren wir in leichter Bekleidung los.

Bei der Hitze, mehr als 37° im Laufe des Tages, ist das für uns ok.
Ach ja, heute gab es mal wieder ein vernünftiges Frühstück im Motel.
Zunächst machen wir "e'ne Besuch im Zoo".

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Bei der Hitze sind die Tiere entsprechend träge.

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Einmal brüllt ein Tiger in voller Lautstärke.
Ich dachte, das Geräusch käme vom Band, aber Brigitte hatte es live gehört.

Die Gehege sind weitläufig und hinter Glasscheiben kommen wir den Tieren sehr nahe.

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In der Post kaufen wir Briefmarken, das dauert noch länger als in der Heimat
und machen dann Halt am Pioneer Center,

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wo ein riesiges Monument an die Besiedlung Utahs durch die Mormonen erinnert.

Vom Mississippi zogen die religiös benachteiligten Mormonen unter schwersten Entbehrungen ab den späten 1840er Jahren gen Westen.
Sie mussten die fast 2.400 Kilometer im Sommer, also von Mai bis Septeber schaffen.
Durch Steppen, Wüsten und über die Rockies.

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Mehr als 10.000 Menschen machten sich mit von Ochsen (Pferde hätten leicht erbeutet werden können) gezogenen Planwagen,

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mit Handkarren und den größten Teil des Trails zu Fuß auf den Weg.

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Unterwegs gab es nur sehr, sehr wenige Möglichkeiten zum entspannten Rasten und Einkaufen.


Das alte Rathaus von 1894 steht als Nächstes auf dem Programm.
Ein Blick auf die neuromantische Fassade und ein nettes Gespräch mit dem Sicherheitsdienst muss uns reichen.

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Einige Blocks weiter steht die Zentrale der Mormonen.
Es ist, für die, die es interessiert, im Neorenaissance Stil ab 1909 erbaut worden.
Es ist benannt nach Joseph Smith, dem Prophet der Kirche Christi der Heiligen der letzten Tage.

Im Erdgeschoss des imposanten Gebäudes ist ein Schnellimbiss eingezogen.

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Ein Sturm zieht auf, als wir anhalten. Der Tempel, das Allerheiligste,
ist hinter Planen und Gerüst versteckt. Es knarzt und ächzt im Gebälk.

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Kaum haben wir die Helme abgesetzt (in UTAH besteht übrigens keine Helmpflicht,
genauso wenig wie in Arizona und Texas), wird schon versucht,
uns zu missionieren, sogar auf Deutsch wäre es möglich gewesen.

Wir müssen dann aber schnell vor dem Sturm in Sicherheit gehen.

So gelingt nur nach gutem Zureden mit der Security ein Foto von der Rückseite.

Ich sage hier mal klar und deutlich,
dass alle Amerikaner, mit denen wir zu tun hatten, freundlich waren!
Wir wissen nicht, ob und wen sie wählen,
wir haben aber festgestellt,
dass sie alle stolz auf ihr Land sind und gerne über ihr Land berichten
und Fremden gegenüber immer sehr hilfsbereit sind.
Wir haben aber auch nicht jeden angesprochen.


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Am Utah- State-Capitol scheint wieder die Sonne.
Es liegt am höchsten Punkt der Stadt.

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Die Kapitols ähneln einander und dort arbeiten die Landesbediensteten und natürlich Minister und das Parlament.

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Ich schaue mich draußen um und komme an den überall präsenten Gedenkstätten ans Nachdenken.

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Das Lied "nineteen" ist in meinem Kopf.

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Abends gehen wir in die Sportsbar "Leatherhat",

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bzw., wir müssen noch mal umkehren, weil wir unsere Reisepässe mit Altersnachweis nicht dabei hatten,
eintritt ab 21, meinen Führerschein hatte der Türsteher nicht akzeptiert.

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Fortsetzung folgt

Gruß

Reiner
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ReinerH
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Re: Wild West Diaries, Teil II

#53 Ungelesener Beitrag von ReinerH »

Mittwoch, 29. Juni


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Jetzt sind wir wieder da, wo wir hinwollten,
also auf den vorab geplanten Routen.




Salt Lake City war ja schon gestern, also jetzt direkt nach Süden.

Gestern in Draper war die Übernachtung so geplant,
allerdings nach einer mit knapp 600 Km längsten Tagesetappe.
28.Draper; UT.jpg
(inzwischen habe ich mich mehrfach gefragt, wie wir das an einem Tag hätten schaffen können)


Wir fahren durch die Vororte von Salt Lake City und bewundern die vielen Rohbauten.

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Hier wird fast ausschließlich mit Holz gebaut,

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ziemlich unscharf, war durch die Scheibe.

Holz, welches vielleicht sogar aus deutschen Wäldern stammt und hier die Preise durch die Decke gehen lässt.
Jedenfalls ist solch ein Bau sicherlich preiswerter als ein Massivhaus bei uns.

Allmählich wird die Gegend ländlicher und einsamer.
Nur selten kommt uns mal ein Truck oder Pickup entgegen.

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Verlassene Häuser sehen wir öfters. Es kümmert sich anscheinend niemand um die Hinterlassenschaften,
alles verrottet.

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Früher wurde hier viel Geld mit Silber- und Goldbergbau gemacht und entsprechend viele Menschen lebten hier.


An der historischen Tankstelle, die von 1917 - 1949 geöffnet war,

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ist mir die Harley vom Ständer gerutscht, aber ein zufällig vorbeikommender Autofahrer sah meine Not,
hielt an und half beim aufrichten.
Nix passiert.
Dank der Sturzbügel kann sie ja gar nicht umfallen. :D

Ursprünglich stand die Tanke einige Meter weiter, wurde dann hier aber wieder aufgebaut.
Ein schöner, uriger Ort zum Sightseing.

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Eureka, eine halbe Stunde weiter, ist so eine typische vergessene Stadt.
In den goldenen Zeiten war hier die Hölle los, Bergbau, Kneipen, Bordelle

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Vor hundert Jahren lebten hier 3.600 Menschen, heute noch 600.
Wir fanden es sehr schön hier, viel zu sehen aber auch noch viel zu tun, um Touristen für diesem Flecken zu werben.

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Hier das ehemalige Gefängnis:

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Altes Blockhaus.

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Wir trinken noch eine Cola

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und fahren dann nach Delta, UT, unserem heutigen Etappenziel.

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Um 14:30 ist es noch zu früh zum einchecken.

Wir besuchen wie geplant das Heimatmuseum und lassen uns von einem älteren feundlichen Herren,
wir waren die einzigen Gäste, alles in aller Ausführlichkeit erklären. DD

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In diesem Haus lebte noch vor gut 50 Jahren eine Familie.
Im Sommer, wenn es warm genug war, schlief man draußen, im kalten Winter alle zusammen im einzigen Zimmer.

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Ein alter Mähdrescher, zu der Zeit wurde in Europa noch alles mit der Hand gemacht.

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Gleich nebenan ist das Topas Museum.
https://topazmuseum.org/

Hier wird an die Japaner erinnert,

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die nach dem Angriff auf Pearl Harbour hier in riesigen Baracken für fast 4 Jahre interniert wurden.

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Öfters kommen die Nachkommen der Menschen hierher.

Abends essen wir mexikanisch beim Mexikaner.
Es ist wieder alles sehr lecker und mal was anderes als Burger.

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Der liegt zwischen der Tankstelle, wo ich noch ein paar kalte Bier hole und unserem Motel.

Fortsetzung folgt

Reiner
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