Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

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Bäda
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Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#1 Ungelesener Beitrag von Bäda »

Letztes Jahr hatte ich mir ja recht spontan eine DJI Spark gekauft und bin damit so ein wenig durch die Gegend gecoptert.
War auch alles ganz lustig, nur nervte die recht kurze Flugdauer etwas und das trotzdem verbrauchte Gepäckvolumen im Urlaub.
Dieses Jahr ging es dann mit der Holden zu zweit auf Motorradreise in die Provence. Da kam dann irgendwann die Frage auf, Drohne ja/nein.
Hab dann mal ein bisl recherchiert und mit Verdruss festgestellt, die Drohne darf im anvisierten Reiseziel so gut wie gar nicht eingesetzt werden.
Camarque komplett rot, Schlucht von Verdon auch. Am Hotel ist direkt ein Segelflugplatz, auch verboten. Nicht weit weg wird der ITER gebaut, also auch hier komplette Verbotszone.
Also hab ich mich entschlossen, die Drohne bleibt daheim.

Zurück in Deutschland bin ich dann über die App der DFS gestolpert und bin doch etwas erschrocken über die sehr zahlreichen Einschränkungen oder gar kompletten Verbotszonen, die man so als Drohnist beachten sollte.
Hab dann die Spark verkauft, weil mir a) die Flugzeit zu gering war und b) man ja eh eigentlich nirgends so richtig fliegen darf, wo es auch landschaftlich reizvoll wäre.

Jetzt kommt DJI mit der Mini 2 und ich merke, eigentlich hätte ich schon gern wieder so einen Luftquirl, aber die Beschränkungen sind ja nach wie vor da, wie machen das andere Drohnenpiloten? Ist mir egal, ich riskiers oder wie seht ihr das?

Natürlich könnte man jetzt sagen, wo kein Kläger, da kein Richter, aber sollte es doch mal zu einem Unfall kommen, dann ist da auch ganz schnell der Teufel los, oder?
Wie sind da eure Erfahrungen, Meinungen?

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Schippy
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#2 Ungelesener Beitrag von Schippy »

Ich hab ja auch meine Spark und den schon deutlich über 2 Jahre komplett unbenutzten großen Copter. (Schippykarus)
Ich bin in 2019 - glaub ich - gar nicht geflogen mit dem Spark. Dieses Jahr hab ich ihn 3-4 mal in der Luft gehabt. Ja der Blick auf, "wo darf man" macht mir das auch ziemlich "madig". Die Reichweite beim Spark und die Ruckelvideos beim Schwenken gehen mir zusätzlich auf den Geist.
In den letzten Tagen hab ich mir aber auch einiges über die Mini 2 angeschaut. Mit den 249g soll es ja sogar legal sein aus der Sichtweite raus zu fliegen, wenn man unter 30m bleibt. https://youtu.be/jp0uTYwj_jM Viele Vorschriften sind deutlich geringer. Irgendwie komm ich immer wieder ins Grübeln. Wenn ich dann Filme von Karim anschau oder natürlich auch die vom Micha, denk ich mir dann doch immer mal wieder. Ok soll ich? Meine 5er Gopro endlich durch ne mind. 8er ersetzen und so ne Mini dazu, aber dann denke ich wieder an den Aufwand des Schneidens und an den Anspruch was tolles zu machen - was ich aber irgendwie nicht so richtig drauf hab und so viel Zeitaufwand bedeutet.

Bin in der Findungsphase und gespannt auf die anderen Komntare.

Grüßle
Herbert aka Schippy

(P.S: Wenn jemand ne Spark sucht...... gerne PM)

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Tigertrail
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#3 Ungelesener Beitrag von Tigertrail »

Meine bescheidene Meinung zu dem Thema...

Als Fluglehrer, bei dem sicher auch der gewerbliche Aspekt eine kleine Rolle spielt, habe ich eine etwas andere Sicht und teilweise auch andere Meinung zu dem Thema als manch anderer. Wobei diese sich eigentlich nicht wirklich von meiner Meinung als Privatperson unterscheidet. Aber das ist sicher meinem Charakter geschuldet, was jetzt weder positiv noch negativ gewertet werden soll.
Als erstes muss ich sagen dass mich die Reaktion bezüglich des "neuen" Drohnengesetzes doch etwas überrascht. Einerseits weil es schon immer Gesetze und Auflagen gab. Andererseits, und das ist der für mich persönlich wichtigere Punkt, hat die Einstellung zu dem Thema für mich auch ein wenig mit Anstand, Respekt und Rücksichtnahme gegenüber meinen Mitmenschen zu tun.
Wer sich grundsätzlich wie die Axt im Wald aufführt wird mit jeder Art von Gesetzen seine Mühe haben, egal welches Thema es betrifft. Das sieht man ja aktuell sehr schön in dieser für alle (fast) gleichermassen beschissenen Situation bezüglich der Covid 19 Thematik.
Ich könnte jetzt noch viel zu dem Thema schreiben, auch aufgrund eigener Erfahrungen, lasse diesen Absatz jetzt aber einfach mal so stehen mit dem Wissen dass er ein bisschen provoziert und ihn der Eine oder Andere vielleicht nicht so versteht wie ich ihn gemeint habe.

Zum eigentlichen Thema, lohnt sich der Kauf einer Drohne 2021 immer noch, gibt es von meiner Seite her ein klares Ja. Einerseits weil die Drohne immer noch ein kreatives Werkzeug ist und auch bleibt, Gesetze und Flugverbote (welche bitte beachtet werden sollten) hin oder her. Andererseits weil ich trotzdem immer noch genug Möglichkeiten habe um zu fliegen und schöne Aufnahmen zu machen.
Für mich zählt gar nicht so sehr wo ich fliegen resp nicht fliegen darf sondern wie ich fliege und was ich aus den Aufnahmen mache. Und hier zeigen ja Einige, ich nehme stellvertretend für alle anderen die beiden öfters genannten Micha und Karim, wie man Drohnenaufnahmen schön und sinnvoll in ein Reisevideo einbinden kann.
Mir ist absolut bewusst dass auch diese beiden nicht immer hundertprozentig legal unterwegs sind, aber selbst wenn sie es wären würde die Qualität der Videos nicht wirklich darunter leiden. Davon bin ich überzeugt. Von daher sollte der Ansatz oder die Überlegung eher in die Richtung gehen "was ich darf und was ich damit anstellen kann" und nicht "was ich nicht darf".
Lest euch die Gesetze doch bitte mal genau durch (machen nämlich die wenigsten), versucht sie zu verstehen und ohne Emotionen zu werten (können auch nicht alle) und wenn ihr dann immer noch der Meinung seid dass diese ein "Quasi Flugverbot" bedeuten ist es vielleicht besser wenn ihr das Thema Drohnen ad acta legt. Ich bin da nämlich gerade als Privatperson und Reisender etwas anderer Meinung.
- Generelles zum Gesetz: https://www.drohnen.de/20336/drohnen-gesetze-eu/" onclick="window.open(this.href);return false;
- Speziell zur Mavic Mini (2): https://www.drohnen.de/33331/dji-mini-2-eu-gesetz/" onclick="window.open(this.href);return false;

Dieser Post ist generell an alle gerichtet welche sich für das Thema interessieren und bezieht sich in keiner Art und Weise speziell auf meine beiden Vorschreiber. Und wie Schippy auch sehe ich die Herausforderung mittlerweile ebenfalls eher im Video bearbeiten als im Video drehen, egal welches Equipment ich benutze.
Hör nicht auf die Vernunft, wenn du einen Traum verwirklichen willst.
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Passkiller
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#4 Ungelesener Beitrag von Passkiller »

Ich finde es weniger als totale Einschränkung, sondern endlich mal ne einheitliche Regelung in Europa.
So wie ich das das sehe (Flugmaps) gibt es immer noch genügend 'frei Luft' um mit der Drohne zu fliegen.
Ob man nun genug Zeit und Muse hat so aufwendige Videos, wie hier im Forum gezeigt, zu drehen, muss jeder für sich selber beantworten.
Ich hab die Zeit und Muse nicht, aber mal schnell ein Dronie, Panorama-, 360°-Foto knipsen, dafür reicht die Zeit immer :)
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Bäda
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#5 Ungelesener Beitrag von Bäda »

Tigertrail hat geschrieben: Als erstes muss ich sagen dass mich die Reaktion bezüglich des "neuen" Drohnengesetzes doch etwas überrascht. Einerseits weil es schon immer Gesetze und Auflagen gab. Andererseits, und das ist der für mich persönlich wichtigere Punkt, hat die Einstellung zu dem Thema für mich auch ein wenig mit Anstand, Respekt und Rücksichtnahme gegenüber meinen Mitmenschen zu tun.
Meine Frage hatte jetzt überhaupt nichts mit dem neuen Drohnengesetz zu tun, wenn es nach dem geht, dann darf die Mini 2 ja eh sehr sehr viel.

Viel mehr geht es mir um die Geschichte der generellen Verbotszonen wie Naturschutzgebiete, z.b. Ahornboden oder Isarauen, Osterseen und so weiter.
Wenn man sich DIE Karte mal anschaut, dann wird das schon deutlich weniger lustig mit Fliegen. Und für jemand, der seine Drohne benutzen möchte, um an den Highlights der Reise (z.b. Salzfelder in der Camarque) ein Drohnenvideo zu machen, ist es schlicht ein imenser Aufwand (falls überhaupt möglich) um das legal zu tun. Einfach losfliegen kann man jetzt machen, hat aber dann im dümmsten Fall richtig Ärger an der Backe.

PS, Anstand Respekt und Rücksichtnahme setze ich natürlich voraus, hilft aber halt dann auch nix, wenn ich da schlicht illegal fliege und es knallt.

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H.Kowalski
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#6 Ungelesener Beitrag von H.Kowalski »

Tigertrail hat geschrieben:Dieser Post ist generell an alle gerichtet welche sich für das Thema interessieren und bezieht sich in keiner Art und Weise speziell auf meine beiden Vorschreiber.
Danke Dir dafür, Passcal. Als meist nur stiller Mitleser der Drohnenthemen zähle ich mich zu den Interessierten. :L Jetzt will ich mal kurz was dazu schreiben. :)

Um auf Bädas Frage einzugehen, "lohnt" es sich überhaupt wegen der vielen Verbotszonen, finde ich Tigertrails Hinweis auf die Positiv-Betrachtung "was darf ich" wertvoll im Vergleich zur Negativ-Betrachtung "was darf ich alles nicht". Auf Motorradreisen übertragen sind es die wenigen Dinge, die erlaubt sind, die meine Motivation ausmachen. Der wesentliche Grund, weshalb ich mir noch keine Mini-Drohne gekauft habe, ist akuter Mangel an Zeit, überhaupt Videos produzieren. Und so lange die Zeit fehlt, lohnt sich ein Kauf aus meiner Sicht nicht. Zeit benötigt ja auch, sich mit den rechtlichen Seiten zu beschäftigen: wo und wie darf ich überhaupt fliegen? Das muss ja auch in der Reiseplanung irgendwie Berücksichtigung finden, wenn man legale Aufnahmen machen will.

Insofern stelle ich mir Bädas Frage eigentlich auch ständig und finde sie wertvoll. :L Pauschale Antworten darauf wird es nicht geben, das muss man für sich bewerten und beurteilen.
Es grüßt der Hein (alias Heiner Kowalski)
http://www.kowalskifilm.de | Dem Hein seine Reiseberichte hier im Forum

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Tigertrail
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#7 Ungelesener Beitrag von Tigertrail »

Bäda hat geschrieben: Viel mehr geht es mir um die Geschichte der generellen Verbotszonen wie Naturschutzgebiete, z.b. Ahornboden oder Isarauen, Osterseen und so weiter.
Wenn man sich DIE Karte mal anschaut, dann wird das schon deutlich weniger lustig mit Fliegen. Und für jemand, der seine Drohne benutzen möchte, um an den Highlights der Reise (z.b. Salzfelder in der Camarque) ein Drohnenvideo zu machen, ist es schlicht ein imenser Aufwand (falls überhaupt möglich) um das legal zu tun. Einfach losfliegen kann man jetzt machen, hat aber dann im dümmsten Fall richtig Ärger an der Backe.
Die Frage ist (für mich) sehr einfach zu beantworten... wenn ich nicht fliegen darf dann fliege ich einfach nicht. Ohne wenn und aber! Und wer dann doch fliegt, im Bewusstsein dass er es widerrechtlich tut, muss dann halt auch zu seinen Taten stehen wenn etwas passiert oder er gemeldet wird. Auch hier ohne wenn und aber. Das hat aber grundsätzlich nicht primär mit dem Drohnen fliegen zu tun und lässt sich auch sehr schön auf das Thema Motorrad anwenden (Geschwindigkeit, Lärm, Fahrverbote usw). Auch hier, das ist meine ganz persönliche Meinung und Einstellung zu dem Thema und wenn jemand anderer Meinung ist oder anders damit umgeht dann ist das für mich kein Problem... solange es nicht unmittelbar negative Auswirkungen auf mich hat.
Hör nicht auf die Vernunft, wenn du einen Traum verwirklichen willst.
(Henry Ford)

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ryna
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Re: Drohnen - sehr begrenzter legaler Flugspaß?

#8 Ungelesener Beitrag von ryna »

Danke Pascal, das mit der elektronischen Registriernummer war mir neu.

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