Ihr wisst, das Stilfser Joch ist mein Hausberg. Wer mich zufällig treffen mag - dort oben stehen die Chancen gut. Hunderte Male bin ich durch die 48 Kehren gefahren, Dutzende Male habe ich über sie geschrieben. Oben auf der Felsenterrasse der Tibethütte habe ich tausende Fotos geschossen, habe auf der Dreisprachenspitze Sonnenauf- und -untergänge erlebt.
Den Monte Scorluzzo aber habe ich immer ignoriert. Er mag noch so hoch und markant über der Passhöhe aufragen - für mich war er einfach ein Berg, ohne Grund, sich mit ihm zu beschäftigen.
Bis diesen Herbst.
Gemeinsam mit steph tauschte ich Motorrad- gegen Wanderstiefel und machte mich auf den Weg. Schon nach den ersten steilen Höhenmetern wurde uns klar: Dort oben wartet eine völlig andere Welt als die, die man vom Pass kennt. Alte Militärwege ziehen durch den Schutt, verfallene Stellungen erinnern an den Gebirgskrieg des Ersten Weltkriegs. Wir entdeckten 100 Jahre alten Stacheldraht, schmale Laufgräben am Grat und, als Höhepunkt, das spektakuläre Alpinidorf hoch über dem Brauliotal.
Noch eindrücklicher war die Umrundung des gesamten Scorluzzo-Massivs. Diese Landschaften hoch oben über dem Stelvio werde ich so schnell nicht vergessen .. Trotzdem habe ich meine Gedanken an diese Wanderung in einen Text gegossen. Den könnt Ihr nun auf meinem Blog nachlesen:
https://www.motorprosa.com/monte-scorlu ... fser-joch/
Viel Spass beim garantiert muskelkaterfreiem Mitwandern
Griass - JvS


3,3 L /100 km