Auf der Tankstelle am Anfang der F26 trafen wir 2 Norweger auf einer GS und einer Multistrada 1200, die sich gerade fertig machten, um nach Norden zu fahren. Wir quatschten und stellten fest, dass wir auf derselben Faehre gekommen waren. Sie hatten zu der Gruppe um das nerfige Maedel gehoert. Dann zogen sie ab, und wir zogen ins Restaurant, um leckere Waffeln zum Fruehstueck zu bestellen. Als wir uns schliesslich selber aufschwingen wollten, fuhren die Guides der Edelweisstour vor. Sie genossen gerade einen gaestefreien Tag zwischen zwei Touren, an dem sie nach Lust und Laune fahren und mit ihrer Drone spielen konnten. Wir tauschten uns ueber Routen und Motorraeder aus.
Die F26 ist als Sprengisandur bekannt und abgesehen von der 35 die einzige Route, auf der man das Hochland ueberqueren kann. Sie ist aehnlich breit ausgebaut und in gutem Zustand, hat aber weniger Wellblech-Charakter, da es hier weniger Verkehr gibt. Man sieht meist die Gletscher am Horizont, aber davon abgesehen aendert sich die Landschaft anfangs nicht viel. Zu Beginn kommen einige einfachere Furten.
Bei Pvermoedur kommt eine Rangerstation, an der wir zum Kaffeekochen stoppten. Die Rangerin bat uns, vorsichtig zu sein, da vor nur wenigen Tagen Touristen per Hubschrauber vom Dach ihres Jeeps geborgen werden mussten. Insbesondere die Parallelroute suedlich der F910 war wegen Ueberflutung gesperrt. Dafuer sollte der Rest der Strecke ok sein, da gerade ein Bulldozer Reparaturen durchfuehrte. Es kam ein langes Wochenende mit Feiertag, und sie wollten vermeiden, duzende Autos bergen zu muessen.
Die naechsten zwei Fluesse direkt nach der Station wuerden am interessantesten werden. Hier hatten wir 2011 umdrehen muessen ... Die erste war breit und stellte kein Problem dar.
Die zweite wuerde spannend werden. Es war Schmelzwasser, so dass man nichts sehen konnte - und der Fluss war schnell. Wir platzierten alle Wertsachen, die Kameras usw. auf den Steinen, und dann probierte Maddin es als erster.
Er schaffte es halb hinueber, bevor er sich festfuhr. Ich lief, ihm zu helfen, bevor der Wasserdruck ihn umwarf. (Leider war niemand anders da, um Fotos zu machen ...) So brachten wir das Mopped hinueber, und ich war an der Reihe. Ich beschloss, dass Motorrad hinueberzufuehren, anstatt zu fahren. Um den Wasserdruck zu verringern, waehlte ich eine Linie diagonal zur Stroemung. Etwa da, wo Maddin gestanden hatte, kam auch ich nicht weiter, und selbst mit seiner Hilfe wollte das Mopped keinen Zentimeter vorwaerts. Das daemliche an meiner Strategie war gewesen, eine Linie diagonal
gegen die Stroemung zu waehlen, anstatt diagonal
mit der Stroemung.
Ich habe keine Idee, wielange wir uns abquaelten, aber langsam kam das Wasser bis an die Gabelbruecke und der Auspuff blubberte im Wasser. Uns spuelte das Wasser quasi den Sand unter den Raedern weg. Ganz sicher wollte ich jetzt nicht den Motor abwuergen. Erste Wellen schwappten ueber die Sitzbank ...
Gerade rechtzeitig kam ein Land Cruiser, guckte uns kurz zu und fuhr ins Wasser. Er stoppte flussaufwaerts, und erzeugte so einen Damm gegen den Wasserdruck. Das half, und wir erreichten das andere Ufer. Der Land Cruiser bot sich ausserdem an, unsere Habseligkeiten nachzubringen, und wir bedankten uns herzlich fuer die Hilfe.
Waehrend wir uns sammelten, die Stiefel auskippten usw., kam ein einsamer Radler daher. Er hatte gerade die gesperrte Strecke hinter sich gebracht und erzaehlte, dass er kilometerlang mehr oder weniger im Wasser gefahren sei.
Die F26 fuehrt im Norden zur 842, und man erreicht etwa 25km oestlich Akureyris die Ringstrasse. Man kann auch auf die F910 in Richtung Askia gelangen. Wir hingegen entschieden uns fuer die F752 nach Laugafell, wo wir uns in der heissen Quelle aufwaermen konnten. Die Strecke hat einige nette, schnelle Abschnitte ...

(Foto: Maddin)
Zuletzt ist noch ein weiterer, breiter Fluss zu ueberqueren, in dem ich 2011 die GS hingeworfen hatte. Trotz des kuerzlichen Regens war der Wasserstand hier recht niedrig, und wir hatten keine Probleme.
Nachdem wir schnell die Zelte aufgestellt hatten, ging es in den Pool. Er ist gross genug fuer ein paar Schwimmzuege und an einem Ende richtig schoen warm. Wir nutzten die Ruhe, um ueber unsere Fehler und Erfolge zu sinnen. Der Umstand, dass ich meine XChallenge beinahe in einem Fluss verloren hatte, den der Norweger Stunden vorher mit einer Multistrada 1200 ueberquert hatte, aergerte mich.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob er wenigstens ein 19er Vorderrad oder die 17" Felge montiert hatte. Vielleicht hatten sie durch den fruehen Aufbruch weniger Wasser vorgefunden ...
Die XChallenge zieht die Luft fast direkt unterm Lenkkopf an, und hatte kein Wasser gezogen, das Oel war noch sauber. Allerdings war wohl Wasser in den Tank gekommen, den der Motor lief bei niedrigen Drehzahlen etwas unruhig. Das war bemerkenswert, denn die Tankentlueftung sitzt knapp unter dem Hecktraeger auf dem Deckel des X-Tanks. Das sind ca. 90cm vom Boden. Um das Wasser wuerde ich mich am Morgen kuemmern muessen.
Waehrend wir im Wasser lagen, trabte eine Reitgruppe auf Islandponies heran. Sie machten eine einwoechige Tour und hatten wohl 3-4 Tiere pro Reiter dabei. Es waren ausschliesslich Reiterinnen, aber es stoerte uns nicht als sie zu uns in den Pool stiegen.
Tag 9. Spannende Furten.
