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Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen)
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2016, 01:19
von Schippy
Sammi hat geschrieben:Hallo Tanja, Herbert,
Eure Schreibe ist ja nur noch klasse. Wenn ich das lese kommt es mir vor als erlebe ich euch wirklich wie ihr am Tisch sitzt und euch mit einen Rotwein in der Hand gegenseitig verbal hochschaukelt.
Genial!
Liebe Grüße
Marc
Nicht verbal ! Das machen wir schriftlich, damit es keine Ausreden gibt ....
Danke fürs Kompliment.
Grüßle
Herbert
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Samstag 29. Oktober 2016, 10:40
von Lahmekuh
Hallo Tanja und Herbert,
da ich erst jetzt alles 'nachlesen' konnte, was ihr phänomenalerweise in den letzten Tagen geschrieben habt, fällt es mir unglaublich schwer, ein Lob auszusprechen, das andere nicht schon ausgeteilt hätten.
Also beschränke ich mich mal auf:
Bitte umgehend und kompromisslos weitererzählen
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Samstag 29. Oktober 2016, 10:44
von maxmoto
Na ja, Tanja, ein kleiner Tadel muss schon sein:
Grauer Star = Schippy
Earl Grey = Herbert
Ich hoffe, mit dem Tadel kannste leben - möglichst lange im bewährten Gleichklang.
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Samstag 29. Oktober 2016, 21:58
von johnboy
Hallo Ihr Beiden,
habe mich gerade beim Lesen gefragt, ob ich den Wanderer vom Gavia mitgenommen hätte..... Hmm, ich weiß es wirklich nicht, aber Ihr habt auf jeden Fall das Richtige getan. Hut ab.
Euer Bericht ist einfach nur klasse. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Gruß aus dem Siegerland
Volker
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Sonntag 30. Oktober 2016, 07:53
von Schippy
Noggi hat geschrieben:Ja Herbert
Dieses Wetter kenne ich als ehemaliger Tarasper das kann auch im August so aussehen. Und wieder köstlich Berichtet
mit tollen Bildern.
Nachdem das "Tarasper" jetzt geklärt ist - ja das kann ich mir als gebürtiger Tarrenzer gut vorstellen. Mein Vater nimmt auch im Hochsommer ne Zipfelmütze und Handschuhe mit wenn er bergwandern geht.
Vielen Dank für das Lob!
Grüßle Herbert
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Sonntag 30. Oktober 2016, 07:57
von Schippy
maxmoto hat geschrieben:Na ja, Tanja, ein kleiner Tadel muss schon sein:
Grauer Star = Schippy
Earl Grey = Herbert
Ich hoffe, mit dem Tadel kannste leben - möglichst lange im bewährten Gleichklang.
Ach Max, musst du immer rummeckern.?
Und dann auch noch soo übertreiben. So earl ist der graue normalo auch nicht
Du weisst wie ichs meine
War sehr schön euch zu sehen gestern!
LG
Herbert und Tanja
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Sonntag 6. November 2016, 11:35
von hoppalla
Tag 4: PonteDi Legno bis Capovalle . Croce Domini, Maniva, Dosso Alto Höhenstrasse, Idrosee
Weiter geht die Reise. Schon zur Abfahrt zogen wir die Regenkombis an, wir rechneten fest mit gleich einsetzendem Regen. Heute ist die kurze Schlechtwetterstrecke angesagt. Bis in die Gegend hinter dem Idrosee wollte ich kommen, damit es für die 3 Tage bis zur gebuchten Unterkunft im Friaul passt.
Bald nach dem Losfahren taten sich einige blaue Lücken zwischen den Wolken auf. Der Regen ließ auch auf sich warten. "Wenn das so ist", dachte ich, "könnten wir doch hoch zum Croce Domini und dann weiter auf die Dosso Alto Höhenstraße". Fast ganz heimlich war das ja mein "unbedingt wieder mal drüber fahren wollen" Ziel der Anreise. "Fast ganz heimlich" 3 Worte - 3 Widersprüche ... aber diesem Charme muss ich mich einfach beugen! Herbert freut sich, dass er kriegt was er will und ich mich fast ganz heimlich, dass ich es ja eh gleich durchschaut habe Er schottert auf dem Mars, ich auf der Venus - auf der Erde kreuzen sich unsere Wege und Spaß haben wir letztendlich beide ... oben auf Croce Domini angekommen stand zur Auswahl: entweder das "Schotterpässle" rüber oder wieder ganz runter und dann drüben wieder ganz hoch. Runter und direkt in die Hotelbadewanne wurde von meinem 1,89 m großen Routenplaner strikt weg abgelehnt Also nichts wie rüber übers Schotterpässle. Matschspaß und Abkürzung hin zur Badewanne garantiert
Die Schotterpässchen da oben waren meine ersten Schottereinlagen mit die ich damals mit meiner ersten wunderschönen 1100er Multistrada 2x vergeblich zu fahren versuchte (jedes Mal verschüttet und gesperrt) und dann in 2012 das erste Mal gefahren bin.
Die Videos von 2012 in die entgegengesetzte Richtung bei schönstem Wetter: https://youtu.be/ml1yiYkLe3Y" onclick="window.open(this.href);return false; https://youtu.be/4Uxjh7CkYII" onclick="window.open(this.href);return false;
Wir haben ja ne "Enduro" und ne Scrambler. Die sind doch genau für solche Straßen gebaut. Also stehen geblieben auf die blaue Lücke gedeutet und Tanja gefragt, was sie dazu meint. (Natürlich mit der Überzeugung dass das Wetter immer schöner wird - sagte ich zumindest) ...und Herbert kann seeeehr überzeugend sein! Und weil ich abenteuerlustig bin, lasse ich mich gerne überzeugen. Solange es nicht meiner Überzeugung widerspricht
"Ok basst", sagte meine Tanja, die in der Zwischenzeit nach dem gestrigen Erlebnis (Gavia) eh nichts mehr erschüttern konnte.
Nach Breno ging es dann los mit den vielen Kurven und natürlich auch pünktlich wieder mit Regen.ja, genau durch die bösartigen blauen Lücken kam der raus, echt
Bis zum Passo Croce Domini, ging es dann weiter immer wolkenverhangen und mit Regen. Nach der Passhöhe dann der erste Schotter, bzw. am Anfang sind ja einige Stellen mit ziemlich lehmigem Boden. Sehr viele Geländewagen kamen uns da zuerst mal entgegen. Tanja meisterte das sehr gut: Mit einer für mich bedrohlichen Situation: in einer sehr engen Kurve im Schotterpässchen kam uns ein Fahrzeug entgegen. Ich versuchte so viel Platz wie möglich zu machen. Weiter rüber ging nicht, weiter vor auch nicht. Überall Abgrund. Ca. 50 cm weiter nach vorne fahren hätten genügt, habe ich mich nicht getraut, weil bei gefühlten 51 cm kam der Abgrund, ich dachte "eine falsche Bewegung und ich bin weg". Ich stieg ab und gab mich geschlagen. Herbert fuhr mein Mopedchen direkt bis an die Kante, Auto konnte vorbei, und er wendete es mir wieder zur Fahrbahn hin ...und weiter im Galopp, so ein bisschen Gefahr macht das Abenteuer perfekt. Naja, solange mein Lieblings-Superheld in der Nähe ist, jedenfalls
Mit meiner Multistrada Enduro fühlte ich mich in diesem leichten Gelände auch sehr sicher und wohl.
Ich habe den Eindruck, dass es Tanja sogar sehr gefallen hat, so im Dreck rumzuwühlen.
Naja, hinten hat sie ja keine Augen
Blick auf die ehemals zum ACE High Network System der NATO gehörende Troposcatter-Anlage, deren riesige Parabolreflektoren schon aus etlichen Kilometern Entfernung zu sehen sind:
Weiter ging's
In den unbeleuchteten Tunnels machte das LED Licht meiner Ducati die Nacht zum Tag:
Geschafft: Tanja freut sich ....: Und fühlte sich wie er: ->>http://www.youtube.com/watch?v=NubH5BDO ... ted#t=2m00
Ich finde kaum ein Unterschied Naja, er jubelt etwas euphorischer. Dabei steht er nur auf ein paar lächerlichen Stufen. Ich hingegen habe - x-tausende von Höhenmetern bezwungen. Unter Lebensgefahr. Im Regen, Schotter, Matsch. Hinter mir der Mann mit der Peitsche und dem stählernen Willen
Rocky, worin genau siehst du deine Leistung?
Leicht schmutzig unsere italienischen Diven
Vesper am Refugio Rosa di Baremone Leckerster Cappuccino aller Zeiten für nur 1 Euro!
Runter gehts Richtung Idrosee. (Einhändiger Kameramann) (Nur 1min !)
Eine halbe Runde um den Idrosee und dann ging es auf der gegenüberliegenden Seite hoch nach Cappovalle
Im über Booking reservierten Hotel Da Tullio fanden wir einen sehr freundlichen Gastgeber mit einfachen Zimmern (mit ohne Badewanne )mitten im Ort
Die mittlerweile durchgekommene Sonne veranlasste und zu einem kleinen Abendspaziergang durch die verwinkelten Gassen von Cappovalle. Da hat sich deine sonnige Prophezeihung der blauen Schönwetterlöcher doch noch bewahrheitet
Streetfoto
Ob das ihr Fahrrad ist ?
Schippy knipst in allen Stellungen:
Bei einem großer Baum fragten uns was das wohl für eine Pflanze/Frucht ist: (weiss das hier jemand?) Wikipedia: *schnippschnippschnipp* "jaha, ihich": http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... UQ9QEIKjAD" onclick="window.open(this.href);return false;
Hungrig ließen wir den Abend bei einer sehr guten Pizza und ein paar Gläsern roten Hauswein ausklingen: wie jeder Tag voller wunderbarer Eindrücke, herrlicher Landschaften, unendlich vielen Kürvlen, treiben lassen und geniessen. Einfach schön - und es fühlt sich gut an, abends manchmal so richtig erledigt zu sein
Route des Tages:
116 km , 4:45h inkl Pausen, 6400 Höhenmeter, etwas Schotter, vieeeeeeele Kehren!
Re: Auf Umwegen ins Friaul (1000 Kehren sind's wohl gewesen
Verfasst: Sonntag 6. November 2016, 11:56
von networker
Moin,
Euren parallelen Reisereport finde ich grandios. Ich freu mich schon auf jede Fortsetzung.
Bravo - weiter so!