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Gila Monster

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 07:33
von C_B_
Das Gila Monster (ausgesprochen „Hiela Monster“) ist eine endemische Eidechse im Südwesten der USA und gleichzeitig der klangvolle Name einer Motorrad Rally, genauer gesagt der ‚Gila Monster Dual Sport und ADV Bike Rally‘ in dem kleinen Ort ‘Reserve‘ in New Mexico, nahe der Grenze zu Arizona.

https://en.wikipedia.org/wiki/Gila_monster

Aber keine Angst - dies ist kein Bericht über Reptilien, aber der Name dieser farbenfrohen Echse macht sich allemal gut als Maskottchen für die Rally und als Abbildung im Logo:

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Anreise und erster Tag

Um das Early Bird Programm am ersten Tag in Gänze mitzunehmen bin ich am Mittwoch Nachmittag schon angereist. Das letzte Stück der Anfahrt zog sich entlang der interessanten Sandstone Cliffs des El Malpais National Monuments:


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Das Format dieser Rally war weniger formal als bei der letztjährigen TouraTexas Rally. Keine Ausstellungen, Vorträge oder Demo Rides – nur das Teilnehmerfeld mit den Moppeds, Treffpunkt, Abendveranstaltung und publizierten GPS-Tracks.
Es gab einen zentralen Ort für Dry Camping im Zelt – aber mit Anhänger oder Nicht-Camper war man auf umliegende Motels, RV-Parks oder Campgrounds angewiesen. Dort angekommen waren auch schon andere Frühankommer mit Entladen und/oder Ausrüstung sortieren beschäftigt.

Am nächsten Morgen gabs um 9:00 den Treffpunkt für den Early Bird Ride am lokalen Coffeeshop. Nach ausgiebigem Frühstück haben sich problemlos die Gruppen nach Interesse und Schwierigkeitsgrad formiert.


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Wenn ich mit neuen Leuten unterwegs bin, ist meine Strategie zunächst in der einfachsten Kategorie mitzufahren ... man weiß ja nie was dort lokal unter ‚easy‘ oder ‚difficult‘ verstanden wird. So habe ich mich zu denen gesellt, die in genau der Kategorie an den Start gingen.
Die GPS-Routen waren alle vorab zugeschickt worden, nebst ausführlicher Beschreibung von Anspruch, Schwierigkeitsgrad und Sehenswürdigkeiten. Es gab einige Routen zur Auswahl – Qual der Wahl. Ich hatte mal wieder – wie früher schon in der Schule – meine Hausaufgaben nicht gemacht und hab da im Vorfeld nichts studiert. Ich überließ deshalb die Routenwahl den anderen.

Da ist gerade noch diskutiert worden welche Route es sein soll und hoppla – da geht es auch schon unvermittelt los. Ich konnte gerade noch schnell die Route im Zumo XL scharf schalten von der ich glaubte es sei die richtige ... .
Zügig startete die Truppe nach Süden, während mein GPS nach Norden zeigte. Entweder sind die Jungs hier alle falsch oder ich hatte nicht die richtige Route geladen ... erstmal hinterher!
Wir hatten zwei T700s, eine große 1200 GSA (Fahrer wusste damit umzugehen), eine Touareg und meine Sertao.

Bis zur ersten Pinkelpause beschwerte sich mein GPS pausenlos, aber dort konnte ich die Sache korrigieren; wir waren auf dem Mogollon Loop; klassifiziert im Schwierigkeitsgrad 1 und 2 – benannt nach der Mogollon Ghost Town, die da irgendwo auf dem Weg liegt.


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Päuschen

Die Strecke war zunächst fantastisch; fester Schotter, gefällige Landschaft – zunächst an mehreren Hängen entlang, später dann in ein einem Tal, teilweise an einem kleinen Brook entlang. Hätte man auch mal für ein Foto anhalten können ... . Egal – genau der richtige Schwierigkeitsgrad, um am ersten Tag wieder ins Fach zu kommen... .
Irgendwann zeigte das GPS rechts abbiegen wo nur schwer ein Weg zu erkennen war ... also querfeld durch den Wald, bis das Ganze an einem Zaun endete. Kurze Beratung und der Beschluß grob in die Richtung zu fahren, wo die GPS-Befehlsliste wieder auf einen eingezeichneten Weg trifft.
Klappte auch so einigermaßen und der kartenverzeichnete Weg war ansatzweise als solcher zu erkennen.

Ein paar Weg-Gabeln später wurde die Wegstrecke wieder besser:

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Gemütliche Weiterfahrt, bis das GPS eine weitere Richtungsänderung anordnete; nun wieder ein kleinerer 2-Track, welcher durch eine Art Weidelandschaft führte. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass gerade Regenzeit war – aber für den Tag war kein Niederschlag vorhergesagt. An den Vortagen allerdings hatten heftige Regenfälle die beiden Spuren ein wenig vorgeweicht, so dass es rutschig wurde und oftmals große matschige Pfützen den Weg erschwerten oder gar versperrten.
Nun fingen unsere T700 Fahrer an ihre Moppeds zu schmeissen, was das Vorwärtskommen verzögerte. Während einer Verschnaufpause erblickte ich eine Regenwolke, die sich mit bereits gut sichtbarem Niederschlag auf uns zubewegte. Der Weg war schon matschig genug - das wird mit zusätzlichem Regen mit Sicherheit nicht besser ...!

Die beste Strategie ist zügig weiterfahren, um vor der Regenwand zu flüchten ... also hurtig ... .
Ich hatte mich an den Tagen zuvor noch ein wenig geärgert, dass ich mir beim letzten Reifenwechsel wieder die MotoZ RallZ habe aufschwatzen lassen – die haben gutes Profil, aber schnellen Verschleiß - hier im rutschigen Matsch war ich froh drüber und hatte einigermaßen gute Traktion.
Die Rechnung ging auf – die Wegstrecke brachte nicht nur einen guten Vorsprung zum Regenvorhang, sondern an der nächsten Weg-Gabelung wurde der 2-Track wieder zu einem festeren Weg... da konnte man vorwärtskommen.

Aber Moment ... wo sind die anderen?! Der Kollege mit der Touareg und ich standen dort allein auf weiter Flur ...! Erstmal warten ...!
Das Warten zog sich und niemand tauchte auf. Ist da was passiert? Was tun? Langsam holte uns der Regen ein. Und verwandelte auch diesen Weg in eine matschige Angelegenheit.
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: es wurden noch ein paar Mal die Moppeds geworfen und dadurch holte der Regen den Rest der Truppe vorzeitig ein und die Matschsituation wurde wie eingangs befürchtet schlimmer . Matsch in New Mexico hat es in sich, das durfte ich bei vorherigen Trips schon herausfinden.


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Dieser Matsch ist lehmig und klebrig. Bei den T700s und der GSA mit den konstruktionsbeding niedrigen vorderen Schutzblechen hatte sich der Matsch so angesammelt, dass die Vorderräder blockierten – und blockiertes Vorderrad auf rutschigem Untergrund ist keine gute Kombination.
Mit einem Reifenmontierlöffel mußten die lehmigen Massen alle paar Meter - so gut es geht - abgestrichen werden.

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perfekt glattgestrichen – im Töpferkurs gäbe es eine gute Note

Die T700s haben am Ende das vordere Schutzblech aus Verzweiflung im Feld abmontiert:


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Bei der GSA war zum Schluß so viel Matsch, dass man die Schrauben fürs Abmontieren nicht mehr finden konnte ... . Die Sertao hat vorne kein Schutzblech –da hatte ich kein Problem. Ganz nebenbei war auch das Laufen auf dem Untergrund rutschig und mit jedem Schritt wurde man einen Zentimeter größer, weil der Matsch unter der Sohle klebte.

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Um alle Moppeds wieder auf fahrbaren Untergrund zu bringen, benötigten wir für die 6 oder 7 km etwa 4 Stunden. Aber es heißt ja nicht umsonst Adventure Riding. Als der Regen schließlich aufhörte trockneten die Wege überraschenderweise recht zügig.
Wir hatten eine Menge Zeit vertrödelt, die Moppeds waren total zugesaut und auch bei der Kleidung die ursprüngliche Farbe teilweise nicht mehr zu erkennen ... .

Wir mussten mal wieder auf die Tube drücken - Check-In für die Veranstaltung war von 17:00 bis 18:00 Uhr und die Orientierung war für 19:00 Uhr angesetzt. Der Weg zog sich. Die Strecke war insgesamt etwas über 200 km, davon 140 km Off Road. Es kamen auch noch etliche Water Crossings, eine sogar recht tief – ich hatte gehofft, dass dabei etwas Matsch vom Mopped abgewaschen wurde – aber viel geholfen hatte das nicht.

Wir schafften es zeitig zum Check-in – eigentlich hatten wir das adrett und frisch geduscht geplant, aber dafür war nun keine Zeit. Standesgemäss mit Adventure-Schmiss haben wir das Paperwork gezeichnet und die Goodies entgegengenommen; ein T-Shirt, ein paar Abziehbilder und das Ticket für die Door Prize Verlosung. Da muß ich diesmal besser drauf aufpassen als beim letzten Mal - da hatte ich das Ticket verbummelt.

Moppeds waschen:

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Das Waschen war jetzt schon notwendig; nicht falsch verstehen - ein bisschen Patina vom Feld verleiht Authentizität - aber so eingesaut hatte der Lehm durchaus funktionshemmende Wirkung. Mein Seitenständer zum Beispiel konnte stufenlos in jeder beliebigen Stelle fixiert werden - die Feder wirkungslos. So richtig tats der erst wieder zuhause mit Dampfstrahler und ein paar Tropfen Oel.

Bei der Orientierung am Abend wurden ein paar Verhaltens-Tipps und Regeln für das Fahren in der Gruppe erläutert (wir hatten heute so ziemlich gegen jede dieser Regeln verstoßen). Im Anschluß wurden die verschiedenen Routen nochmal im Detail vorgestellt und durchgesprochen.

Darauf wurden die Gruppen für den nächsten Tag gefunden. Na, mal sehen … bei meiner Moab Truppe werden am Abend auch immer minutiöse Pläne geschmiedet, die dann beim Frühstück wieder über den Haufen geschmissen werden.

Den ersten Tag kann man wie folgt zusammenfassen: viel Landschaft, einschlägige Wege mit dem Mopped, hoffnungslos im Lehm versunken, klitschenass gewesen, stellenweise gedacht nächstes Mal besser Erholungsurlaub, es gab einen Swag-Bag beim Einchecken und anschliessend einen saftigen Burger – Kurz: es war ein Super-Tag!

Im Nachhinein normalisiert sich das alles als Adventure … und dafür waren wir schließlich hier!

DD

Gila Monster

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 07:35
von C_B_
Pünktlich zum Frühstück wurden – wie vorhergesagt – die Pläne vom Vorabend über Bord geschmissen und die Gruppenplanung neu gegliedert. Es lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren, wie was geschah – aber plötzlich war ich als Tour Meister für den Alpine Loop eingeteilt, um vorneweg zu navigieren. Insgesamt 5 Mann.


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Der Alpine Loop führt auf landschaftlich sehenswerter Strecke durchs Hinterland von New Mexico und Arizona bis zum namesgebenden Ort Alpine, AZ und von dort wieder zurück zum Basislager. 125 Meilen war der Rundkurs (etwa 200 km) davon gute 150 km off road und als Kategorie 1 und 2 ausgeschrieben (easy und mittelschwer).
Kurz vor Aufbruch fragten noch zwei weitere Teilnehmer, ob sie mitdürfen … was sagt man da als höflicher Mensch: „bitte schön!“.
Beim Abbiegen aus dem Parkplatz konnte ich im Rückspiegel nochmal kurz nachzählen ... 5, 6, 7, 8 … was? … 9, 10, … 11 Mopeten im Schlepptau – da sind wohl noch welche aufgesprungen … mal sehen wie viele wir davon sicher ins Ziel bringen können … . 8-)

Gleich sofort zog sich das Feld schon ziemlich auseinander … na Klasse – es gelingt schon nicht innerorts auf Asphalt mitzuhalten …

Noch mal kurzer Stopp für eine Einsatzbesprechung. Wir waren zu zwölft – darunter auch eine Himalayan und eine KLR – beide mit absoluter Straßenbereifung. Hoffentlich wird es heute nicht matschig … .

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Lange Geschichte kurz – das war zu viel; wir haben die Gruppe dann aufgeteilt; zwei Probanden wollten schneller und sind vorausgefahren, Ich habe dann die halb-schnelle Gruppe genommen: die 2 T700s von gestern, mein RV Park Nachbar mit einer Beta 400 (wäre am Vortag auch dabei gewesen, aber hatte einen platten Reifen) und jemand mit einer 1250GSA. Also wieder zu fünft.
Der nicht-schnellen Truppe hab ich noch gesteckt, dass es auf dem Loop einen Bailout Punkt gibt, wo ein normaler Highway überquert werden muss.

Nun ging es zügiger voran aber ich konnte trotzdem problemlos Fotostops einbauen die keinerlei Nettozeit gekostet hatten, da wir meistens auf die beiden T700s warten mußten. Das lag natürlich nicht an den T700s sondern die beiden waren noch recht neu im Fach ... jeder hat mal frisch angefangen ... .


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Die Strecke war zunächst fester Schotter, der nur an den Steigungen und Gefällen etwas steiniger und rutschiger wurde. Die Landschaft wechselte von dichtem Wald über sandsteinfarbende Felsen - stellenweise bis hin zu südwesttypischem Fels im Rot-Ton.


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Nach einiger Zeit kamen wir zum zuvor genannten Bailout Point, an dem die Route den asphaltierten Highway 191 überquert. Sollte man vom Schotter genug haben könnte man von dort auf befestigter Straße zurück zum Ausgangspunkt gelangen.


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Eine kurze Befragung der Probanden gab eindeutige Daumen hoch fürs Weiterfahren auf der originalen Route. Soweit gabs auch keine besonders schwierigen Streckenabschnitte und die Route war durchweg easy. DD

So gings weiter auf der anderen Straßenseite auf festem Schotter durch eine reizvolle Landschaft, der Mix von grünem Moos, ockerfarbenen Steinen hatten einen fast unwirklichen Kontrast – die Strecke war easy und schnell. ... bis das GPS die nächste Abzweigung kommandierte; da wurde der Weg ein steiniger... alles ein bisschen mehr shifty. Die Truppe wurde langsamer, bis es dann ein raues Stück steilen Abhang gab. Mix aus dickeren Bouldern und rutschigen, kleineren Steinen.

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war schon recht steil – kommt im Bild nicht richtig raus


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Zwei Teilnehmer mußten ihre Bikes runterfahren lassen.

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Lotsen Service

Vor ein paar Jahren wäre mir dieses Teilstück auch ungeheuer gewesen, aber dafür ist die Truppe da; um sich gegenseitig auszuhelfen – hatten wir auch am Vorabend bei der Orientierung gelernt: Team Spirit!

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Kurz vor dem Ort Alpine in Arizona gings für uns über die 191 in den Ort für eine kleine Stärkung

Zwei Probanden wollten in Alpine im Restaurant essen und blieben im Ort. Auf dem Weg nach Hause mußten wir uns noch sputen, denn es nahte schon wieder eine Regenwolke ... . Well ... auch diese haben wir nicht ausgelassen und waren pitschnass zu dritt wieder am Camp.

Bilanz des Tages: von ursprünglich 12 Leuten drei sicher ins Ziel gebracht – gar nicht so schlecht fürs erste Mal Tourmeister ...

:Ir:

Gila Monster

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 07:37
von C_B_
Letzter Tag der Rally, wieder Gruppenbildung vorm Coffeeshop; viele vom Vortag waren bereits schotter-müde und wollten sich die 191 – auch Devil’s Highway‘ genannnt – vorknöpfen. Alles Asphalt: 460 Kurven auf 120 Meilen, aber rattengeil – ich hatte den Abschnitt vor Jahren schon mehrmals gemacht. Heute ist dafür keine Zeit – die nächste Schotterpiste ruft!
Ich wollte noch unbedingt den Bearwallow Lookout machen - ein Fire Tower oben auf dem gleichnamigen Peak. Mit angekündigt guter Aussicht – wir werden sehen ...

Als Mitstreiter konnte ich den Beta Fahrer vom Vortag verpflichten – unser Tempo passte gut zusammen. Mit 101 Meilen war die Gesamtstrecke auch nicht zu lang, so dass es ein entspannter Tag wird.

Auf gehts – der Anfang war ähnlich dem ersten Tag auf dem Mogollon Loop. Ich war wieder der Tourmeister und konnte so die Fotopausen nach meinem Gusto einarbeiten.


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Das GPS ordnete einen Abzweig an – der hatte es auch gleich wieder in sich ... es ging halb steil und stetig auf sehr gerölligem Untergrund aufwärts. Anhalten gebot sich nur wenn es kurze Sattelpunkte gab.


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Bei einer Pause bemerkte mein Mitstreiter, dass er sein Pack mit dem Trinkwasser verloren habe. ... :shock: Wie soll das gehen? Er hatte sein Wasser in einem Camelback – wie kann man den unterwegs verlieren ... ???
Zum Glück hatte ich frühzeitig auf dem Trip schon ein Foto geschossen und hatte den Beweis dass er den Camelback erst gar nicht dabei hatte, der war vermutlich noch im Camp ... .

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Anlage 1: Beweisfoto ohne Camelback

Nun war guter Rat teuer – es ist wichtig hydriert zu bleiben, aber wir waren bereits 27 Meilen im Trip. Er wollte umdrehen und den Tag abschreiben. Was tun? Allein weiter hier im Hinterland wollte ich auch nicht unbedingt. Ich bot ihm also an mein Wasser mit ihm zu teilen... da ist er wieder, der Team Spirit!

Glücklicherweise hatte ich die gegebene Route auf dem Zumo in einen Trip umgewandelt (das Beherrschen dieses Tricks hatte mich gestern schon zum Tourmeister gemacht) und so konnte ich sehen dass auf der Route in 31 Meilen (Off Road) die Ghosttown Mogollon liegt. Da können wir Proviant aufnehmen und ich hatte auch gehört, dass die dort am Wochenende für Ausflügler geöffnet haben ...
Rückblickend auf andere meiner Reiseberichte glauben einige sicher zu wissen wie das wieder ausgehen wird – aber diesmal wird es (etwas) anders ... :Ni:

In den 31 Meilen war dann offenbar auch nicht die Stichstraße hoch zum Fire Tower mit eingerechnet – weil die in der GPS-Route offensichtlich komplett vergessen wurde! Ich hatte nur zufälligerweise im Vorbeifahren aus dem Augenwinkel das Hinweisschild entdeckt.

Da hätten wir den Tower beinahe auch noch verpasst. Mann, Mann, Mann – das wär es noch gewesen ... eine Lookout Tour ohne Lookout Tower. All die Quälerei über die anstrengende Piste hier hoch und dann die Hauptattraktion verpassen ... .
Gut, die Strecke hoch zum Turm war wirklich nicht komfortabel; mit sehr viel nachgebenden Geröll steilspiralte sich der Weg auf den Gipfel vom Bearwallow Peak (laut Schild 9920 ft/3024 Meter).


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mit der Bitte die Helmfrisuren zu verzeihen ...

Der Turm war nicht besetzt und natürlich kraxelten wir die Leitern hoch bis zur verschlossenen Kabine.


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Blick vom Turm

Nach ein paar Snacks und dem letzten geteilten Wasser gings dann den steilen Weg runter bis zum Abzeig, wo wir die GPS-Fährte wieder aufnehmen konnten.
Es gab noch Fotostops …

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…aber die mittlerweile trockenen Kehlen trieben uns weiter Richtung Mogollon, um dort Kaltgetränke zu erwerben. Ich wusste dass es in der kleinen Ghosttown Bewirtung gibt.
Im ersten Gebäude, das mit ‘General Store‘ beschildert war, gabs keine Getränke zu kaufen da dieser nun der Visitor Center ist. Aber man schickte uns ortskundig auf die andere Straßenseite wo ein Café betrieben und geöffnet war. Eine Erfrischung in greifbarer Nähe! :Sab:

Durstig und staubig stürmten wir das Café, um feststellen zu müssen, dass es weder Wasser, Cola noch irgendwelche Kaltgetränke gab – dafür führte man aber 54 feinste Sorten Kaffee, Espresso, Capuchino und andere Heißgetränke im Sortiment. Der Barrista und die große polierte Espressomaschine waren erwartungsvoll für uns bereit ... .
Au Mann - das kann doch nicht wahr sein ... für die verdörrte Kehle war das jetzt genau nicht das richtige. … :x

Das Zumo zeigte 19 Meilen bis zur nächsten Tankstelle – und die ging es dann im gestreckten Galopp zu den rettenden Kaltgetränken.

Am Abend gab es die Abschlussveranstaltung mit Taco Bar, Urkunden für verschiedenste Missgeschicke und natürlich der Door Prize Verlosung.

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Ich gewinne da meistens nie, aber diesmal hatte ich zumindest mein Ticket nicht verbummelt.
T-Shirts, Baseball Kappen, allerlei Schnickschnack und als Hauptgewinn ein Tankrucksack wurden unter Beifall an die Gewinner verteilt ... but wait! ... es gab noch den Grand Prize; einen all-inclusive Adventure Bike Kursus mit Unterkunft und Verpflegung. Und da wird dann tatsächlich – Trommelwirbel – meine Ticketnummer gezogen!

Wobei – ein bisschen zu denken gibt mir, dass später beim Abendessen die anderen nicht nur zum Gewinn gratulierten, sondern auch betonten sie seien so happy dass ausgerechnet ich den Preis gewonnen habe ... hmm :Mh: ... hab ich das Training so nötig oder ist es nur die amerikanische Fähigkeit sich sofort für alles zu begeistern ...!?
Können wir unkommentiert lassen …

Wie auch immer – es war wieder eine gelungene und lohnende Veranstaltung. Die Landschaft, die Routen aber vor allem die Leute und die Kameradschaft waren wieder super! Der grosse Preis bei der Verlosung war da nur die ‚Cherry on Top‘.
Nächstes Jahr ist diese Veranstaltung auf Mai vorverlegt – passt mir nicht so gut; das ist dann zeitlich sehr nah an meinem alljährlichen Trip im April mit der anderen Truppe nach Moab.

Schau’n wir mal ... .

:Ni:

Re: Gila Monster

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 08:01
von McFadden
:lol: :lol: :lol: :!:
Da hast du ja mal wieder einen kurzweiligen Bericht rausgehauen.
DEN Lehm kenne ich!!! :shock:
Mein Respekt dem BMW-Fahrer, der da mit 80/20-Bereifung gefahren ist. Oder wars doch schon 70/30? ;)
Die Landschaft ist wirklich wunderschön und für mich, als Europäer ist es immer unglaublich, welche Möglichkeiten man dort drüben hat - aber bloß keinen Privatgrund befahren...
Mein Respekt für diese Fahrten begleitet dich über den großen Teich! :L
Ich wäre sicher auch nur Stufe 1-2 gefahren und hätte irgendwann Blut und Wasser geschwitzt... ;) :lol:

Re: Gila Monster

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 09:36
von Schippy
Danke für den tollen Bericht. Hat Spaß gemacht, diesen zu lesen.

Re: Gila Monster

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 09:36
von pässefahrer
Toll! DD :Sl:

Vielen Dank für den Bericht, etwas neidisch bin ich auch auf diese Möglichkeiten.