https://en.wikipedia.org/wiki/Gila_monster
Aber keine Angst - dies ist kein Bericht über Reptilien, aber der Name dieser farbenfrohen Echse macht sich allemal gut als Maskottchen für die Rally und als Abbildung im Logo:

Anreise und erster Tag
Um das Early Bird Programm am ersten Tag in Gänze mitzunehmen bin ich am Mittwoch Nachmittag schon angereist. Das letzte Stück der Anfahrt zog sich entlang der interessanten Sandstone Cliffs des El Malpais National Monuments:

Das Format dieser Rally war weniger formal als bei der letztjährigen TouraTexas Rally. Keine Ausstellungen, Vorträge oder Demo Rides – nur das Teilnehmerfeld mit den Moppeds, Treffpunkt, Abendveranstaltung und publizierten GPS-Tracks.
Es gab einen zentralen Ort für Dry Camping im Zelt – aber mit Anhänger oder Nicht-Camper war man auf umliegende Motels, RV-Parks oder Campgrounds angewiesen. Dort angekommen waren auch schon andere Frühankommer mit Entladen und/oder Ausrüstung sortieren beschäftigt.
Am nächsten Morgen gabs um 9:00 den Treffpunkt für den Early Bird Ride am lokalen Coffeeshop. Nach ausgiebigem Frühstück haben sich problemlos die Gruppen nach Interesse und Schwierigkeitsgrad formiert.

Wenn ich mit neuen Leuten unterwegs bin, ist meine Strategie zunächst in der einfachsten Kategorie mitzufahren ... man weiß ja nie was dort lokal unter ‚easy‘ oder ‚difficult‘ verstanden wird. So habe ich mich zu denen gesellt, die in genau der Kategorie an den Start gingen.
Die GPS-Routen waren alle vorab zugeschickt worden, nebst ausführlicher Beschreibung von Anspruch, Schwierigkeitsgrad und Sehenswürdigkeiten. Es gab einige Routen zur Auswahl – Qual der Wahl. Ich hatte mal wieder – wie früher schon in der Schule – meine Hausaufgaben nicht gemacht und hab da im Vorfeld nichts studiert. Ich überließ deshalb die Routenwahl den anderen.
Da ist gerade noch diskutiert worden welche Route es sein soll und hoppla – da geht es auch schon unvermittelt los. Ich konnte gerade noch schnell die Route im Zumo XL scharf schalten von der ich glaubte es sei die richtige ... .
Zügig startete die Truppe nach Süden, während mein GPS nach Norden zeigte. Entweder sind die Jungs hier alle falsch oder ich hatte nicht die richtige Route geladen ... erstmal hinterher!
Wir hatten zwei T700s, eine große 1200 GSA (Fahrer wusste damit umzugehen), eine Touareg und meine Sertao.
Bis zur ersten Pinkelpause beschwerte sich mein GPS pausenlos, aber dort konnte ich die Sache korrigieren; wir waren auf dem Mogollon Loop; klassifiziert im Schwierigkeitsgrad 1 und 2 – benannt nach der Mogollon Ghost Town, die da irgendwo auf dem Weg liegt.

Päuschen
Die Strecke war zunächst fantastisch; fester Schotter, gefällige Landschaft – zunächst an mehreren Hängen entlang, später dann in ein einem Tal, teilweise an einem kleinen Brook entlang. Hätte man auch mal für ein Foto anhalten können ... . Egal – genau der richtige Schwierigkeitsgrad, um am ersten Tag wieder ins Fach zu kommen... .
Irgendwann zeigte das GPS rechts abbiegen wo nur schwer ein Weg zu erkennen war ... also querfeld durch den Wald, bis das Ganze an einem Zaun endete. Kurze Beratung und der Beschluß grob in die Richtung zu fahren, wo die GPS-Befehlsliste wieder auf einen eingezeichneten Weg trifft.
Klappte auch so einigermaßen und der kartenverzeichnete Weg war ansatzweise als solcher zu erkennen.
Ein paar Weg-Gabeln später wurde die Wegstrecke wieder besser:

Gemütliche Weiterfahrt, bis das GPS eine weitere Richtungsänderung anordnete; nun wieder ein kleinerer 2-Track, welcher durch eine Art Weidelandschaft führte. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass gerade Regenzeit war – aber für den Tag war kein Niederschlag vorhergesagt. An den Vortagen allerdings hatten heftige Regenfälle die beiden Spuren ein wenig vorgeweicht, so dass es rutschig wurde und oftmals große matschige Pfützen den Weg erschwerten oder gar versperrten.
Nun fingen unsere T700 Fahrer an ihre Moppeds zu schmeissen, was das Vorwärtskommen verzögerte. Während einer Verschnaufpause erblickte ich eine Regenwolke, die sich mit bereits gut sichtbarem Niederschlag auf uns zubewegte. Der Weg war schon matschig genug - das wird mit zusätzlichem Regen mit Sicherheit nicht besser ...!
Die beste Strategie ist zügig weiterfahren, um vor der Regenwand zu flüchten ... also hurtig ... .
Ich hatte mich an den Tagen zuvor noch ein wenig geärgert, dass ich mir beim letzten Reifenwechsel wieder die MotoZ RallZ habe aufschwatzen lassen – die haben gutes Profil, aber schnellen Verschleiß - hier im rutschigen Matsch war ich froh drüber und hatte einigermaßen gute Traktion.
Die Rechnung ging auf – die Wegstrecke brachte nicht nur einen guten Vorsprung zum Regenvorhang, sondern an der nächsten Weg-Gabelung wurde der 2-Track wieder zu einem festeren Weg... da konnte man vorwärtskommen.
Aber Moment ... wo sind die anderen?! Der Kollege mit der Touareg und ich standen dort allein auf weiter Flur ...! Erstmal warten ...!
Das Warten zog sich und niemand tauchte auf. Ist da was passiert? Was tun? Langsam holte uns der Regen ein. Und verwandelte auch diesen Weg in eine matschige Angelegenheit.
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: es wurden noch ein paar Mal die Moppeds geworfen und dadurch holte der Regen den Rest der Truppe vorzeitig ein und die Matschsituation wurde wie eingangs befürchtet schlimmer . Matsch in New Mexico hat es in sich, das durfte ich bei vorherigen Trips schon herausfinden.

Dieser Matsch ist lehmig und klebrig. Bei den T700s und der GSA mit den konstruktionsbeding niedrigen vorderen Schutzblechen hatte sich der Matsch so angesammelt, dass die Vorderräder blockierten – und blockiertes Vorderrad auf rutschigem Untergrund ist keine gute Kombination.
Mit einem Reifenmontierlöffel mußten die lehmigen Massen alle paar Meter - so gut es geht - abgestrichen werden.

perfekt glattgestrichen – im Töpferkurs gäbe es eine gute Note
Die T700s haben am Ende das vordere Schutzblech aus Verzweiflung im Feld abmontiert:

Bei der GSA war zum Schluß so viel Matsch, dass man die Schrauben fürs Abmontieren nicht mehr finden konnte ... . Die Sertao hat vorne kein Schutzblech –da hatte ich kein Problem. Ganz nebenbei war auch das Laufen auf dem Untergrund rutschig und mit jedem Schritt wurde man einen Zentimeter größer, weil der Matsch unter der Sohle klebte.

Um alle Moppeds wieder auf fahrbaren Untergrund zu bringen, benötigten wir für die 6 oder 7 km etwa 4 Stunden. Aber es heißt ja nicht umsonst Adventure Riding. Als der Regen schließlich aufhörte trockneten die Wege überraschenderweise recht zügig.
Wir hatten eine Menge Zeit vertrödelt, die Moppeds waren total zugesaut und auch bei der Kleidung die ursprüngliche Farbe teilweise nicht mehr zu erkennen ... .
Wir mussten mal wieder auf die Tube drücken - Check-In für die Veranstaltung war von 17:00 bis 18:00 Uhr und die Orientierung war für 19:00 Uhr angesetzt. Der Weg zog sich. Die Strecke war insgesamt etwas über 200 km, davon 140 km Off Road. Es kamen auch noch etliche Water Crossings, eine sogar recht tief – ich hatte gehofft, dass dabei etwas Matsch vom Mopped abgewaschen wurde – aber viel geholfen hatte das nicht.
Wir schafften es zeitig zum Check-in – eigentlich hatten wir das adrett und frisch geduscht geplant, aber dafür war nun keine Zeit. Standesgemäss mit Adventure-Schmiss haben wir das Paperwork gezeichnet und die Goodies entgegengenommen; ein T-Shirt, ein paar Abziehbilder und das Ticket für die Door Prize Verlosung. Da muß ich diesmal besser drauf aufpassen als beim letzten Mal - da hatte ich das Ticket verbummelt.
Moppeds waschen:

Das Waschen war jetzt schon notwendig; nicht falsch verstehen - ein bisschen Patina vom Feld verleiht Authentizität - aber so eingesaut hatte der Lehm durchaus funktionshemmende Wirkung. Mein Seitenständer zum Beispiel konnte stufenlos in jeder beliebigen Stelle fixiert werden - die Feder wirkungslos. So richtig tats der erst wieder zuhause mit Dampfstrahler und ein paar Tropfen Oel.
Bei der Orientierung am Abend wurden ein paar Verhaltens-Tipps und Regeln für das Fahren in der Gruppe erläutert (wir hatten heute so ziemlich gegen jede dieser Regeln verstoßen). Im Anschluß wurden die verschiedenen Routen nochmal im Detail vorgestellt und durchgesprochen.
Darauf wurden die Gruppen für den nächsten Tag gefunden. Na, mal sehen … bei meiner Moab Truppe werden am Abend auch immer minutiöse Pläne geschmiedet, die dann beim Frühstück wieder über den Haufen geschmissen werden.
Den ersten Tag kann man wie folgt zusammenfassen: viel Landschaft, einschlägige Wege mit dem Mopped, hoffnungslos im Lehm versunken, klitschenass gewesen, stellenweise gedacht nächstes Mal besser Erholungsurlaub, es gab einen Swag-Bag beim Einchecken und anschliessend einen saftigen Burger – Kurz: es war ein Super-Tag!
Im Nachhinein normalisiert sich das alles als Adventure … und dafür waren wir schließlich hier!





















